Das Orginal Gedicht der Ahlbacher Wald wurde von Lorenz Drosde zu seinem Schulabschluss (1937) in der Ahlbacher Grundschule gedichtet. Zu dieser Zeit hatte unser Ahlbach keinen eigenen Wald, deshalb wurden die Ahlbacher auch von den Nachbar-Gemeinden immer gehänselt. Wie Ende 1960 der Volksschullehrer Walter Jung aus Wilsenroth nach Ahlbach kam wurde der Gedanke gebohren Ahlbach zu begrünen. Es wurde oberhalb der alten Schule von den Schülern ein kleiner Kifernwald angelegt.

Der Ahlbacher Wald in Mundart sinngemäß

Nie schloch en Jeescher dursch de Ollwocher Wald,
nie hott e Escho dursch Beem un Gebisch gehallt.
Kaan Vuul hoar mer peife, kaan Hirsch hott geröhrt,
kaa Waldhorn hotte je die Rouh gestört.
Mer sock nett off taufreschem, greunem Groas
En Hirsch, en Fuchs oder en flinge Hoas,
kaa Reh un aach kaan Dachs hott mer je do gesejh
oder soss irschend e Weidmann`s Vejh.

Schuu lang, ganz freujer, do hott do emol
Ihr Nest hiegebaut, so`n verklaut, fresch Dohl.
Wie dott beim Rundgang de Feldschitz erblickt,
do hott de die junge Bouwe dohiegescheckt.
Aushewe sollde se die Atzelbrut
Weil – so docht mer – dotroff nur Uhgleck ruht.
Sn`n Offtroach woar dene Bersch willkomme,
ruckzuck harre die dott Nest ausgenomme.
Dott Uhheil woar domet zom Gleck bezwunge,
ower mer hott aach kaa Vuulsgezwitscher me vernomme.

Huch offem Bääg steht de Wald, erhowe un stolz,
hebt sich goud ob vom Feld, steht kerftisch im Holz,
de Zweiche wooche rauschend im Wend hie un her,
jeder sejt en vu weirem schuu unschwer.
Kimmt mer neher, kaa mer rouhe in seim Schodde
Oder genüsslich off schene Gedange woade.
Mer kaa sisch de Wend em de Noas bloose losse,
mer kaa aach noch manche mansch anere Bosse.
Blus mer sejt kaan Wilddieb un aach kaan Zwersch,
kaa Riese, kaa Räuwer, kaa Handwerksbersch.
Die fenne nemlich kaa dungel Versteck,
misste sisch hegstens vergrowe im Dreck !
Hott in dem Wald en Hex ihrn Spruch offgesoad
Un domet womehlich die Gauner all verjoad ?

Jetz langt`s jetz dou mer mo endlich Foab bekenne
Un frei eraus – wott soll`s – de Woarett euch nenne.
De Ollwocher Wald – en anzelne Baam, ah ansisch Lind –
Steht einsam off`m Bääg unn woocht im Wind !

--------------------------------------------2008 -

Johrzehnte Späder

So woar dott freujer emol, unn wie is dott hau ?
Do wert anher aus dene Ollwocher schlau !
Se hun jetz en Wald – wenn aach e bessje klaa !
Se hun aach en See zwische digge Staa !
De Wald, de sejt mer fu weirem schuu,
un den See kimmt mer so leischt nett druh !
E laid im aale Bruch meddedrenn,
majestätisch, ower gefährlich, ihr Kenn !
Laid rouhisch do, als wenn e schlejf ,
hott`s ower in sich, ess zimmlisch dejf.
Nur zwische Beem, Groas, Gebisch unn Hecke
Kaa mer die schmole Wee dohie entdecke.
De Veelscher, de Schmetterlinge unn de Libelle,
die fenne wesentlsch leischter die Wasserstelle.
Selbs Fischreiher sejt mer in de Luft rem fleje,
die hoffe, die Fisch aus dem Wasser ze kreye.
Zwische dene Beem heppe Fichs, Hoase, Wildschwein und Reh,
die fenne die Umgebung iwerem Dorf aach rescht schee.

Also – Ollwoch ess nemme nagisch unn Koal,
dott ess verbei, dott woar emol !
Denn ihr Bemeuhe fier die Natur hott Früchte getroah,
ett hott sisch in punkto Umwelt vieles gedoah !
Vuwehe, die hunn joh kaa Wasser unn nur aan ansische Baam,
off dene zwee Beeje ess hau beides dehaan !
Unn de Leu hej konne soa jetz voller stolz :
Ollwocher Wild, Ollwocher Wasser, Ollwocher Holz !

Text & Ideen Marlene Steinmann & Hubert Engel

Der Ahlbacher Wald Orginal

Nie pirschte ein Jäger im Ahlbacher Wald,
Nie rauschte es dort in den Zweigen ;
Kein Vogelgesang, kein Hüfthorn erschallt,
Es herrsch stets feierlich Schweigen.
Auch sah auf duftgem Rasen,
Man Reh und Hirsch nie grasen.
Selbst „Reinecke“ scheint den Wald zu verschmähn,
Auch „Klausner“ der Dachs ward nie dort gesehn.

Einst hatte die Elster ihr Nest dort gebaut,
In alten verflossenen Zeiten.
Doch als dies der Schulze des Dorfes geschaut,
Da fürchtet er schlimmes Bedeuten.
Weshalb er den kecksten Burschen befohlen,
Das Unheil verkündende Nest ihm zu holen.
Wodurch er ein grausames Schicksal bezwang,
Doch leider verscheuchte er den Vogelgesang.

Wohl prangt der Wald im üppigstem Grün,
Stolz blickt er über die Auen.
Und weit von der Ferne der Wanderer ihn,
In Herrlichem Schmucke kann schauen.
Auch ruht sich so köstlich im Schatten,
Des Waldes auf duftigen Matten.
Wenn säuselnde Lüfte so lachend ihn umwehen;
Das schlummernde Haupt in wonnigen Höhn.

Verscheucht wohl Zauber das Wild aus dem Wald ?
Entfloh es vor Riesen und Zwergen ?
Zu licht ist der Wald für Zaubergestalt,
Kann Riesen und Räuber nicht bergen.
Er hat nicht Gebüsch und Hecken,
Und kann kein Häschen sich verstecken.
Der Ahlbacher Wald auf sonnigen Raum,
Ist ne einzelne Linde, ein einzelner Baum. !

Text Lorenz Droste, Ahlbach

 

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Jahrzehnet Späther

So war er früher – und wie ist es heut ?
Da wird einer schlau aus den Ahlbacher Leut.
Wir haben jetzt auch einen Wald – wenn auch etwas klein
Und einen See - auf Steiniger Höhe ganz fein.
Den Wald sieht man von Weitem schon,
An den See jedoch kommt man nicht ohne Lohn.
Er lieg, im alten Steinbruch, mittendrin ganz ehrlich,
Majestätisch tief aber auch gefährlich.
Liegt dort, als wenn er schlief,
Hat`s aber Inn sich denn er, ist sehr tief.
Nur zwischen Bäumen, Gras, Gebüsch und Hecken,
Kann man seine schmalen Wege entdecken.
Die Vögel, Schmetterlinge und Libellen,
Finden schnell diese Wasserstellen.
Selbst Fischreiher sieht man in den Lüften fliegen,
Auch sie wollen mal ein Fischchen kriegen.
Zwischen den Bergen sieht man Füchse, Reh, Wildschwein und Hasen,
Denn sie finden diese Umgebung auch sehr schön zum grasen.

Also – Ahlbach ist nicht mehr nackt und kahl,
Dies ist vorbei dies war einmal.
Das Denken an die Natur hat Früchte getragen,
Dies kann man heute mit Gewissheit sagen.
Von wegen, wir hätten kein Wasser und nur einen einzelnen Baum,
Auf den zwei Bergen kann man alles anschaun.
Und die Leute können jetzt sagen voller Stolz:
Ahlbacher Wild, Ahlbacher Wasser, Ahlbacher Holz!