Der Ahlbacher Friedhof  !

Die Geschichte des Ahlbacher Friedhofes führt weit in die Frankenzeit (6. bis 8.Jahrhundert v.Ch.) zurück denn damals wurde auch dieses Gelände als letzte Ruhestätte für die hier verstorbenen Franken genutzt, sie wurden mit den Füßen gegen Osten beigesetzt. Dieses zeigen gelegentliche Funde von Grabbeigaben wie ein langes Schwert, Gürtelschnallen, Bronzeknöpfe, einen Schildbuckel und Lanzenspitzen. Diese Beigaben werden im Landesmuseum in Wiesbaden ausgestellt. Wo sich jedoch genau die Frankensiedlung befunden hat ist leider nicht bekannt.

Ab der Zeit des hl. Bonifatius (8. Jahrhundert) war es üblich, die Verstorbenen Christen um die Kirche herum zu begraben. Daher wurden die Verstorbenen von Ahlbach in Dietkirchen an der Pfarrkirche begraben, an der Nordseite der Lubentiuskirche neben der Michaelskapelle. Es führte ein Totenweg von Ahlbach, durch die Dell, an der Stöck (Bildstöcke) vorbei über die "HoheStrasse" zum "Ahlbecher Weg" nach Dietkirchen zur Lubentiuskirche.

Als man im 12. Jahrhundert in Ahlbach eine Kapelle erbaute, legte man um diesen einen Kirchhof (Friedhof) an, der mit einer hohen Mauer umgeben war, dieser wurde bis 1873 genutzt.

Die nassauische Regierung hatte 1817 verordnet, dass das Anlegen eines Friedhofes künftig nicht mehr Sache der Pfarreien, sondern der Zivilgemeinden sein sollte und das die neuen Friedhöfe außerhalb der Orte anzulegen sei.1873 kaufte die Gemeinde Ahlbach den Acker "Auf der Hehl" damals Flur 20, Parzelle 1306 und 1307 mit 3125 Qm. Man legte aber zunächst nur den obersten teil mit 1350 Qm als Friedhof an, der untere teil 1775 Qm nutzte man als Baumschule. In der Mitte stellte man ein ein hohes Kreuz auf. In der rechten oberen Ecke wurde mit der Belegung des Friedhofes begonnen. Als erster fand hier der zehnjährige Josef Weiß sein Grab, der am 10.Juli 1873 verstorben war. Dieses Grab wurde 1912 zum zweiten Male belegt, 1960 fand Josef Hilb als dritter dort seine letzte Ruhe, momentan ist dieser platz nicht belegt.

Kreuz im heutigen Waldfriedhof

Im Vordergrund der voll belegte "alte" Friedhof,
oben der neu angelegte Waldfriedhof mit Friedhofshalle.

Der Friedhof wurde 1930 um weitere 2400 Qm vergrößert. Bei der Konsolidation  1963/64 wurden noch weiteres Gelände Richtung Berg erworben so das der Friedhof jetzt 6231 Qm hat. 1967 ließ die Gemeinde  nach Plänen des Frankfurter Bestattungsamtes für 65 000,00 DM den oberen Friedhof neu Anlegen und das gesamte Gelände mit einer Bruchsteinmauer umfassen.

die Friedhofshalle

Am 21 Dezember 1969 wurde die neue Friedhofshalle eingeweiht, dass moderne, aus Sichtbeton und grau-grünem Bruchstein erbauten Gebäude in eigenwilliger Hufeisenform mit sanft geschwungenen Linien, ohne scharfe Ecken und Kanten, trägt die Handschrift eines kunstsinnigen Architekten.

Obgleich Basalt der Stein des Westerwaldes ist, entschloss Herbert Berneiser sich, nicht ihn sondern einen bestimmten, dezent gefärbten Schiefer aus dem Taunus für das Mauerwerk zu verwenden. Doch nicht nur das Material auch die Formgebung der Halle fügen sich passend in das Bild des aufgelockerten, neuzeitlich gestalteten Waldfriedhof. Wie gesagt: nichts ist eckig oder schroff; selbst das schwere Hängedach über der Einsegnungshalle, aus Stahlbeton gegossen, scheint leicht und fein.

Die Ahlbacher Gemeinde unter Leitung von Bürgermeister Schönborn baute ohne einen übermäßigen Kostenaufwand. Denn für die neue Halle wurden 110 000,00 DM ausgegeben, kein zu hoher Betrag wenn man bedenkt, wie gut gelungen dieses sehr notwendige Gebäude ist. Die Einsegnungshalle, 60 Qm groß macht einen sehr gediegenen und würdigen Eindruck. Zweckmäßig sind die übrigen Räume angeordnet: die drei Leichenkammern, das Umkleidezimmer für den Pfarrer, der Raum für Geräte und die Toiletten.

Die auf einer Terrasse stehende Halle ist in einen Kranz von Grünanlagen gefügt. Fichten und Ziersträucher, Rasen und Ruhebänke lockern diesen Friedhofsteil auf.

Der obere und untere Teil des Friedhofes