Geologie der Gemarkung Ahlbach

Die Gemarkung liegt in der Mitte des Limburger Beckens in einer großen Senke zwischen Diez im Westen und dem Kerkerbachtal im Osten, der Mensfelder Kopf im Süden und in der Gegend von Niederzeuzheim gegen Norden. Dieses Becken ist im Devon (wie der vierte Abschnitt aus der Uhrzeit der Erde genannt wird) entstanden ist. Es wahr mit Meerwasser erfüllt. Auch die Kalkadern, welche nach der Grenze zu Dehrn zwanzig bis dreißig Meter unter der Erde lagen, stammen aus der devonischen Zeit unsere vulkanische Herkunft. In dem Meeresarm des Limburger Beckens mündeten andere Flüsse als heute mit ihren grauen tonigen Gewässern. Da der Ton Schlamm in Berührung mit Salzwasser Flocken bildet, die schnell zum Boden sinken, kann man sich auch leicht die Bildung der Tonlage erklären, die wir in der Gemarkung antreffen. die Entstehung der Tonlager fällt in die Tertiärzeit. Während Ton nur in ruhenden Wasser zu Boden sinkt, sind die Sandlager in der Sandkaute und rechts vom oberen Faulbacher Weg am Westrand des Käfernberges ebenfalls auf diese Weise entstandenen. Im Laufe der Jahrtausende änderte sich unsere Landschaft. Die Erde bekam Risse, durch vulkanische Kräfte hob und senkte sich der Boden. Die beiden Bergkuppen: Großer- und Käfernberg brachen feuerflüssig aus dem Erdinneren hervor. Dann erstarrte die flüssige Masse zu Basalt. Im oberen Dorf findet man noch heute viele Basaltkugeln, ihn von den Bergkuppen hinunter in den Tonschlamm gerollt sind. Auf dem heute unser Dorf steht. Während in der Kirchstrasse noch schwerer Basaltbrocken sich eingebettet haben, werden bei zunehmender Entfernung die in der oberen Tonschlicht eingebettete Basaltkugeln immer kleiner. Im unteren Dorf ist das Tonfeld von einer zunehmenden Lehmschicht überdeckt.

Die Anfänge im Abbau des Ahlbacher Basaltvorkommens gehen weit in das vorige Jahrhundert zurück. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Chaussee von Limburg nach Weilburg ausgebaut. Man holte den Basalt zum Straßenbau von der Südseite des großen Berges, aus der so genannten "Steinkaut".

Die Odenwälder Hartsteinindustrie in Darmstadt ließ eine Maschinenhaus, Schlosserei. eine Halle und ein kleines Wohnhaus für den Aufseher errichten. Dort wohnten die Aufseher Stein , Nink und der Urgroßvater von (Berger-Heinz) Heinz Müller. Um das Jahr 1923 übernahmen die Eisenfelder Basaltwerke Linz den Steinbruch, gaben ihnen aber 1930 wieder auf. In dieser Zeit gab ist eine besonders starke Produktionen von großen und kleinen Pflastersteinen durch die gelernten Steinkipper. Der Steinbruch wurde - mit einigen Unterbrechungen - bis 1978 weitergeführt,

In den Mangeljahren des Jahren des Ersten Weltkrieges nahm die Firma Elektron-Griesheim den Phosphorit Bergbau nochmals auf. "In den fünf Morgen" stellten damals Bohrungen ein Vorkommen von drei Meter Mächtigkeit fest. Der niedergetriebene große Schacht - man nannte ihn den Maschinenschacht  - wurde in 60 Metern tiefe durch Wassereinbruch ersäuft. Alle Versuche; mit großen Pumpen dem Wasser Herr zu werden, misslangen.

Ton:

In der Töpferkaut, an der weißen Erde, holte sich die Häfner von Hadamar das Rohmaterial für ihre Irdenware. Erst nach dem Ersten Weltkrieg begangenen Firmen aus dem Kannenbäcker Land mit der Ausbeutung. die Farben wechselten von weiß zu hellgrau bis ins bläuliche. Die wertvollste Tonart ist ein weißer Ton, welche für Wandplatten verarbeitet wurden. Große Mengen sind ein Abnehmer nach Frankreich gegangen In der Tiefe war der Ton härter und musste gesprengt werden. Kleinerer Lager befinden sich beim "Tiefenbacher Baum" bei der "Stöck" und in den "Erdnisten.

Ocker:

Ferromangan, Walkerde, Kalkmergel, Quarzit.

In den "Dehrner Gräben" wurde gelber Ocker gefördert. Östlich davon befand sich geringprozentiges Eisenerz, welches 1917 - 1918 im Tagebau mittels Bagger abgebaut wurde. Auch wertvolles Ferromangan Erz fand man ihn der Nähe. Da man früher den Wert desselben nicht kannte, holen sich die Bauern Mangansand von den Halden zum Pflastern. Die Walkerde "Am Wassergraben", "Der Kalkmergel" an der Chaussee und der Quarzit "Auf Kassel" sind nicht ausgebeutet worden.

Wasser:

               Brunnen in der Hinterstrasse der 1860 angelegt wurde.

An Wasser ist unsere Gemeinde relativ arm. Daraus erklärt sich das Fehlen einer frühen Wasserleitung. Die älteste Wasserstelle des Dorfes ist die Quelle an der Kirch- Vorderstraße. Die Vorderstraße hatte früher den Namen "Borngasse". Oben an dieser Straße stieß man bei Erdarbeiten auf einen Brunnen, zu dem einige Stufen hinab führten. Eine Quelle speiste den Brunnen in der Hinterstraße. Er wurde 1860 angelegt. Das Wasser des Brunnens in der Vorderstraße stammt von den Quellen des Ackerborns, am Fuße des "Käfernberges". Weitere Wasserstellen waren "Der Ritzborn" eine kleine Quelle links des Faulbacher Weges. "Der Gretchensborn" an der Grenze beim Offheimer Wald und der "Kalte Born". Aus diesem wurde im Jahre 1953 die hiesige Wasserleitung gespeist.

             Brunnen in der Vorderstrasse

Lehm:

Die Entstehung des Lehmes gehört in die Neuzeit der Erdgeschichte. Diese Schicht überdeckt fast die gesamte Gemarkung und ist Grundlage der großen Fruchtbarkeit des hiesigen Bodens. Nach Ansicht der Gelehrten ist der Lößlehm nur vom Winde aus der Ferne angeweht worden. Er soll aus der Gegend des Niederrheins und aus den Tälern der Maas während eines trockenen Klimas durch Westwinde herangetragen worden seien. Wenn auch die Mulden oft meterhoch damit angefüllt sind, hat sich, ähnlich wie bei Schneeverwehungen, auf beiden Berggipfeln nicht abgelagert. Während an verschiedenen Stellen der Lößlehm sich mit dem schweren Boden vermengt hat oder durch Wasserauslaugung kalkarm geworden ist, findet sich noch besonders kalkhaltiger Lößlehm (der Lehm wurde früher zu Ausbesserungen der Lehmhäuser gebraucht).

Schwarze Erde:

Bemerkenswert ist die Schwarze Erde, die sich an vielen Stellen in dünner Schicht vorfindet, die aber nichts mit den Eigenschaften der fruchtbaren, rußigen Schwarzerde zu tun hat. Es soll sich hier um Lavaasche handeln, die aus den Feuerspeienden Bergen am Laacher See ihren Ursprung haben soll. Sogar ein kleiner Ausläufer des Tuffsandes finden wir oben in der alten Baumschule beim Friedhof. Das gleiche Material, das in großen Mengen im Neuwieder Becken lagert und die Grundlage für die dortige Tuffstein-Industrie liefert. Dieser Bimssand wurde über den ganzen Westerwald bis hin nach Wetzlarer Gegend geschleudert.

Bergbau:

Bergbau wurde schon von alters her in der Gemarkung betrieben. Davon zeugen noch die alten Flurnamen "In den Gräben", "In den Offheimer Gräben", "Am Bartholomäus Graben", Keibelkaut" (Teufelskaut). Viele Gruben befanden sich beiderseits des Dernbacherweges. Der Name des Weges hängt sehr wahrscheinlich auch mit der Bergindustrie zusammen, die in Dernbach (Westerwald) ihren Sitz hatte. Auch die Flurbezeichnung "Am Soler" scheint auf den Großindustriellen "Von Soler" zurückzugehen, der 1700 im nassauischen begründet war und die Bergindustrie der damaligen Zeit größtenteils in der Hand hatte. Große Mengen Brauneisenstein wurden "In den Betten" gefördert. Der Eisenstein wurde mit Fuhrwerken nach Dehrn an die Lahn gebracht und dort von Frauen und Mädchen im Flusswasser gewaschen. Die weitere Beförderungen erfolgte auf dem Wasserweg über die inzwischen kanalisierte Lahn. Auch im "Würzgarten" befanden sich viele Eisengruben.

Phosphorit:

Beiderseits der Straße Albach - Dehrn lagerte das phosphorhaltige Kongolomerat in geringer Tiefe von 15 bis 20 Metern. Die Ausbeutung wurde ihnen vergangenen Jahrhundert wegen geringer Ergiebigkeit wieder eingestellt.