Die Geschichte der Ahlbacher Kapelle 



Etwa im 12. Jahrhundert wurde in Ahlbach und in Steeden je eine Kapelle errichtet, dies geht aus ihren Formen eindeutig hervor. Nur die Steedener Kapelle (Bilder) ist heute noch von Ihrem Baustiel so vorhanden wie damals beide Kapellen errichtet wurden, und die Ahlbacher Kapelle bis 1873 zu sehen war. Jedoch wurde erst im Jahre 1366 erstmals unsere Kapelle urkundlich erwähnt. Aber schon 1352 gab es einen Kirchhof, und ein Glöckner wurde besoldet. Da die armen Leute im Mittelalter keine Uhren hatten waren sie auf das Läuten angewiesen. Die Glocke von damals ist leider nicht erhalten geblieben. Jedoch im Jahre 1506 wurde eine neue Glocke angeschafft, die heute noch zu hören ist. Auch hatte damals der Kaplan von Steeden, das auch zu Dietkirchen gehörte, unsere Kapelle mitzuversorgen. Beide Kapellen werden in den Kunsthandbüchern von Lotz und Luthmer als erwähnenswert aufgeführt.

Die Inschrift auf der alten Glocke von 1506 in der Pfarrkirche zu Ahlbach lautet: Maria heiße ich, zu Gottes Ehren läute ich - 1506

               

Um die alte Kirche wurden die Gläubigen begraben, einige der Grabsteine sind heute noch gut erhalten.        Die Glocke von 1506

 An das flach gedeckte Schiff erschloss sich ein schmächtiger, quadratischer Chor mit Kreuzgewölbe und Rundbogenfenstern an. Die Kapelle hatte keinen massiven Turm, sondern nur einen viereckigen Dachreiter mit achteckigem Helm. Erbauer dieser Kapelle waren die Freien von Dehrn. Sie erwähnten später einmal, Sie hätten die Kapelle in Ahlbach auf Ihrem Grund und Boden errichtet. Dieses war also eine "Eigenkirche". Die Freien von Dehrn waren die Patronatsherren und hatten somit auch die Unterhaltungspflicht. 1594 bestätigte der Amtmann von Diez, dass die Ahlbacher Ihre Kapelle nicht "im baulichen Wesen" zu unterhalten hätten, sondern, dass diese von den Freien von Dehrn "in Dach und Fach" zu erhalten sei. Die Ahlbacher Kapelle wird 1366 in einer Urkunde erwähnt. In ihr Bestand im Mittelalter eine Vikare. Diese wurde vermutlich von den Freien von Dehrn gestiftet. Auf Grund dieser Stiftung, wurde jede Woche eine hl. Messe in der Kapelle in Ahlbach gehalten.

           Sankt Dominikus und seine Geschichte

Rund um die alte Kirche waren 28 "Bitt- und Gebetssteine", welche im Jahre 1930 entfernt und in einer Scheune gelagert wurden, leider sind nur noch 2

vorhanden. Links der "Sankt Bernardus, rechts der hl. Sankt Dominikus.

Eine Änderung in der kirchlichen Verhältnisse trat 1564 ein, so das künftig ein Pfarrer in Oberweyer eingestellt wurde und für Ahlbach zuständig war. Dadurch kam Ahlbach zur Pfarrei Oberweyer, und die Gläubigen aus Ahlbach mussten an Sonn- und Feiertagen nach Oberweyer zur hl. Messe ziehen. Nur ab und zu fand auch in unserer Kapelle ein Gottesdienst oder eine Trauung statt.

Bartholomäusfenster aus der alten Kapelle von 1880 (jetzt in der Sakristei)

Ab dem 19. Jahrhundert hielt der Pfarrer von Oberweyer an jedem Sonn- und Feiertag  eine Frühmesse ab, jedoch das Hochamt wurde weiterhin in Oberweyer abgehalten.

Im Jahre 1871 ging ein lang ersehnter Wunsch der Ahlbacher Kirchengemeinde in Erfüllung. Es wurde eine Wohnung im Hause Hofmann in der Bergstrasse 1 angemietet. Am 23. Mai 1871 zog das ganze Dorf durch die geschmückten Strassen, mit Kreuz, Fahne und einer Musikkapelle Richtung "Meil", um Ihren ersten Seelsorger, Pfarrficar Anton Fröhlich, feierlich nach Hause zu holen. Im gleichen Jahr begann man mit dem Bau des Pfarrhauses in der Oberortsstrasse.

 

             

Hier kann man sehr gut erkennen wie die Kapelle vergrößert wurde. Im hinteren Teil wurde die Sakristei sowie der Chor, und im vorderen Teil der Glockenturm  mit Eingang angebaut. Die Skizze zeigt im schraffierten Teil die Kapelle wie sie 1200 erbaut wurde.

 

Im Jahre 1873 war Pfarrvikar Eduard Rentz hier tätig. Noch im gleichen Jahr baute er an der kleinen Kapelle eine Sakristei, und 1880 den Glockenturm an. Unsere kleine 600 Seelen zählende Gemeinde, brachte große Opfer für diese Maßnahmen.

Im Hintergrund die Eingangstür der Kapelle  (Jahrgang 1890)                             Blick auf die alte Kirche und das Feuerwehrhaus von der Hinterstrasse

1912 kam Pfarrvicar Jonas nach Ahlbach. Er wollte durch monatliche Haussammlungen, die damals zu klein gewordene Kapelle durch einen Neubau ersetzen. Die damalige Kirchengemeinde hatte schon 22.782,00 Mark gesammelt. Jedoch die Inflation von 1923 vernichtete den ganzen Kirchenaufbaufonds, somit wurde 1937 die alte Kirche im inneren nochmals neu renoviert. 1955 ging man unter Pfarrer Preuß daran, Pläne für einen Neubau der Kirche zu machen. Bis Ende 1958 war wieder ein Baukapital von 30.000,00 DM in der Gemeinde gesammelt worden.

   

Am 17. Februar 1959 fand abends eine Abschiedsandacht statt. Dann wurde die AHLBACHER  KAPELLE abgerissen, und es wurde nach den Plänen von Architekt Paul Johannbroer von Wiesbaden, die neue Kirche errichtet.



Bilder unserer alten Kirche  ( Kapelle )

Zeichnung der alten Kirche                                                                   Die alte Kirche

Die alte Ahlbacher Kirche von innen vor 1937

Die alte Ahlbacher Kirche von innen nach der Renovierung von 1937

Die alte Kirche innen im Jahr 1930

Zeichnung eines Ahlbachers von der neuen Orgel aus dem Jahre 1930